2016 ♦ Big Spender ♦ Grenz-Echo Bericht

Samstag, den 23. Januar und Sonntag, den 24. Januar 2016 in Hauset

Grenz-Echo Artikel vom 26. Januar 2016


Aufführung: Theater Gaudium überzeugt Publikum mit Stück „BIG Spender“

Reality-Show mit Herz

Von Joel Vondegracht

Hauset

RTL hätte es wohl kaum besser machen können: Am vergangenen Wochenende lief in der Hauseter Mehrzweckhalle das Theaterstück „BIG Spender“. Organisiert wurde es vom Theater Gaudium.

Das Stück, eine Mischung aus Entertainment und überspitzter Satire, kam bei den Zuschauern sehr gut an. Vor allem die Darsteller zeigten eine schauspielerische Glanzleistung. Das Prinzip gleicht dem einer typischen Spiele-Show. Ein frecher und raffinierter Moderator, ein versierter Arzt und vier mutige Kandidatinnen, die nur eines im Sinn haben: Einen geliebten Menschen retten. Denn bei der Show „BIG Spender“ geht es nicht um Geld, sondern um ein Spenderherz. Die vier mutigen Kandidatinnen könnten unterschiedlicher kaum sein: Die liebende Mutter Martha, die versucht ihren Sohn zu retten, Regina, die weltfremde Internet-Liebhaberin, die ihren Online-Freund retten will, das schüchterne Mauerblümchen Justine und der selbstverliebte Fitness-Freak Vicky.

Das Stück war eine Mischung aus Entertainment und überspitzter Satire.

In vier verschiedenen Herausforderungen mussten die Kandidatinnen versuchen, das Publikum von sich zu überzeugen. Wer am Ende am meisten Punkte gesammelt hatte, dessen Geliebter sollte das Spenderherz bekommen. Bei den Herausforderung wurde vor allem eine Frage thematisiert: Wie weit sind die Kandidatinnen bereit zu gehen, um ihren Geliebten Menschen zu retten?

Bei der Theateraufführung wurden jegliche Reality-TV Klischees bedient: Sei es der charismatische und selbstverliebte Markus Lanz-Verschnitt Flori Flitter, gespielt von Jannis Mattar, oder auch der Show-Arzt Professor Richard Steinhausen, gespielt von Olivier Kirschvink. Die Charaktere wurden, so auch die eindeutige Resonanz der Zuschauer, sehr gut und authentisch rübergebracht.

„BIG Spender“ ist eine gelungene Parodie auf das zeitgenössische Reality-TV, die besonders auf die moralisch fragwürdige Entblößung der Privatsphäre der Kandidatinnen aufmerksam machte, wenn auch ziemlich überspitzt im Vergleich zur Realität. So mussten die Kandidatinnen beispielsweise sehr persönliche Fragen mit einem Lügendetektor beantworten, um Punkte zu sammeln.

Regisseur Günther Lorreng ist bereits seit 27 Jahren für das Theater Gaudium tätig, das jährlich ein Theaterstück in Hauset organisiert. Er persönlich bemerkte ein überwiegend positives Feedback. Auch er ist zufrieden, obschon es „sehr viel Arbeit“ war. Für ihn ist es sehr wichtig, „jedes Jahr etwas ganz anderes zu bringen“.

„Von der Leistung her war das klasse“, meinte eine Zuschauerin.

Auch Zuschauerin Sylvia Klöcker (47) aus Kettenis ist sehr zufrieden. Unter anderem gefällt es ihr sehr, ein anderes Format zu sehen. „Von der schauspielerischen Leistung her war das Klasse“, sagt sie. Überrascht vom Ende waren allerdings alle Zuschauer: Die Reality-Show entpuppte sich als Traum eines Familienvaters, dem ein neues Herz transplantiert wurde.